|
Aus dem Archiv: Stadtarchiv Freibur i.Br. |
|
Das (ehemalige) Gasthaus Dreikönig Das einzige unter den älteren Gasthäusern in der Wiehre, von dem wir wenigstens einigermassen eine Gründungszeit wissen, ist das ehemalige Gasthaus Dreikönig. Einige Jahre nach 1690 hatte der Kaufmann und spätere Ratsherr Johann Wilhelm König vor dem Schwabentor einen Garten gekauft und am 7. März 1695 wird dieser Kaufvertrag, wie die Ratsprotokolle angeben, auf dem Amtshause ratifiziert. "mit Vorbehalt des im Fall zu erbauenden Wirthshauses löbl. Gemeinsamen guth gebihrenden Rechte". König wollte also auf diesem Platze ein Wirtshaus errichten und hat es wahrscheinlich auch bald nach der Anerkennung des Vertrages getan. Vielleicht hängt auch die Aufnahme von 550 Gulden bei der Kartaus am 29. April 1701 mit dem Hausbau zusammen. Es entspringt einem gesunden Volkshumor, wenn man die Wirtschaft des Herrn König Dreikönig nannte, möglicherweise hängt noch irgend etwas mit der Dreizahl zusammen, denn zufällig ist der Wirtschaftsname sicherlich nicht, sondern hat etwas mit dem Besitzer König zu tun. Ob er sie aber selber betrieben hatte, ist wohl schwerlich anzunahmen; im Traubuch der Pfarrei Wiehre ist im Jahre 1712 ein Andreas Sacherer als Wirt im oberen Weht angegeben, vielleicht war es ein Pächter der Dreikönigswirtschaft. König starb am 19. Oktober 1718, und seine Erben verwalteten das Haus bis zum Jahre 1726, in dem sie es am 17. Mai an den Gärtner Caspar Rieder verkauften. Das Fertigungsprotokoll (S. 472) spricht von "einem Krautgarten vor dem Schwabentor im oberen Werth gelegen, welcher laut Rathsbescheid vom 4. März 1695 und 18. März 1726 die Wirthsgerechtigkeit hat", der Kaufpreis beträgt 1200 Gulden. Wir haben es also jetzt mit einer regelrechten Wirtschaft zu tun, und Rieder nennt sich auch in der Folgezeit "Gastgeber zu den 3 Königen". Er stammte aus Niederwinden und hatte im Jahre 1724 Franziska Hegner, die Tochter des Zieglers Johann Hegner geheiratet. Er stirbt am 9. März 1740 und da er ein frommer Mann war, wird er in der Kirche der Augustiner begraben, als Beruf ist angegeben: Wirt in der Gastherberge zu den 3 Königen in der Nähe der Stadt (Ki.Mü.). Seine Witwe führt die Wirtschaft noch eine Zeitlang weiter und heiratet dann einen Michael Hausböck, Bürger in Brünn. Doch trifft sie noch das Unglück des Jahres 1744, ihr Gasthaus geht mit so vielen andern Häusern in Flammen auf. Sie verkauft am 29. Januar 1745 "eine verbrändt Hofstatt sambt zugehördte und darahn liegenden Krauttgarthen vor dem schwaben Thor gelegen, die schildgerechtigkeith zu den 3 Königen habendt". An den Weissbächer Franz Ferdinand Runk. Dieser baut das heute noch bestehende Wirtshaus aus den Trümmern wider auf und verewigt sich über dem Türsturz in einem kleinem Schildchen: "F.F.R. 1748". Nun hausen zwei Geschlechter Runk auf der Wirtschaft, dieser Ferdinand, der vorher Bäcker war und dann sein Sohn Karl, der sie am 15. Juni 1793 an August Bonauer, Müller zu Ebnet, abgibt (Gr.Bd. 8, S. 1503). Das Inventar umfasst: 18 Tische, 6 Bänke, 2 Spiegel, Giessfass und Schwenkkessel, 13 Stück Fass, grosse und kleine, das vorfindliche Glasgeschirr, 3 eiserne Häfen und das Gartengeschirr, den Waschkessel, 3 Kuchelkästen, Kochherd samt Schiff und Rost, nebst 10 Stücken Gemählden und Kupferen". Der Dreikönigswirt August Bonauer Stirb aber schon am 14. Dezember 1803 im Alter von 63 Jahren und sein Sohn Thomas übernimmt die Wirtschaft. Er hat eine Maria Katharina Dold zu Frau, die Tochter des römischen Kaiserwirts Klemens Dold. Auch hieraus ergibt sich die Tatsache, dass die alten Freiburger Wirte es sehr gerne sahen, wenn ihre Söhne und Töchter einander heiraten, so blieb immer etwas Wirtsblut im Beruf und nach aussen hin die Standesehre bewahrt. Doch die junge Wirtin starb schon mit 27 Jahren und auch der Thomas Bonauer folgte ihr im Jahre 1812 im Tode als erst 45 Jahre alter Mann. Erbe war nun die noch minderjährige Tochter des Thomas Bonauer, die Maria Karolina Bonauer. "wohl schon zu Lebzeiten hatte aber Bonauer einen Pächter gefunden, es war der Bruder der frühverstorbenen Frau, Michael Dold der auch wieder wie andere Wirte einen schwunghaften Holzhandel betrieb. Am 24. Juni 1824 kam aber das ganze Anwesen zur Versteigerungen und der Bäckermeister Philipp Steiert Kaufte es von Karolina Bonauer um 12 060 Gulden und 20 Louisdor Trinkgeld. Drei Generationen Steiert bewirtschafteten nun schon das Dreikönigsgasthaus, und sie sind den alten Freiburgern noch recht wohl bekannt. Im Jahre 1848 trat Johann Nepomuk Steiert, oder wie ihn die Freiburger Hiessen, der Muckle, die Erbschaft an und im Jahre 1877 Heinrich Steiert. Erst vom Jahre 1903 ab erloscht das Steiertgeschlecht und am 8. März 1920 kaufte die Stadtgemeinde das Gasthaus an, gab es noch eine Zeitlang in Pacht, bis es im Kriege erlosch, zuletzt hatte man darin noch eine Mittelstandsküche errichte. |
|
|
|
|
[ Wir über uns ] - [ Kontakte ] - [ Site Map ] |
|
|
|